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Biographie

Diego Giacometti war ein Schweizer Bildhauer und Designer. Er war der jüngere Bruder des Bildhauers Alberto Giacometti.

Diego Giacometti fand erst im Jahr 1929 zu seiner Lebensaufgabe, als sein Bruder durch die Vermittlung von Man Ray – der Fotograf in der surrealistischen Gruppe – den Pariser Innenarchitekten und Möbeldesigner Jean-Michel Frank kennenlernte. Von Frank erhielt Alberto Giacometti Aufträge für Einrichtungsgegenstände in Gips oder Bronze wie Wandleuchter, Lampen, Vasen oder Kaminfassungen, die für die Wohnungen der Pariser Oberschicht bestimmt waren. Diego Giacometti entwickelte sich zum unentbehrlichen Helfer seines Bruders Alberto, da er handwerklich geschickt war und die notwendigen Vorarbeiten wie beispielsweise Gipsabgüsse und Gerüste für die Skulpturen seines Bruders fertigte. Ebenfalls half er bei der eigentlichen Bildhauerarbeit und sass ihm täglich Modell. Sie teilten dasselbe Atelier in der rue Hippolyte-Maindron 46 in Paris und arbeiteten gemeinsam an Aufträgen für die Familien Maeght und Noailles. Während des Zweiten Weltkriegs belegte Diego Giacometti Kurse an der Skandinavischen Kunstakademie und schuf seine ersten Tierskulpturen. Tiere hatten ihn bereits seit seiner Kindheit begeistert. Ab 1939 schuf er eigene bildhauerische Werke und legte ab 1950 seinen Schwerpunkt auf Möbel und Objekte.

Nach dem Tod seines Bruders Alberto im Jahr 1966 konzentrierte sich Diego Giacometti ganz auf das eigene Werk. Es wird angenommen, dass er 4000 bis 5000 Objekte und Skulpturen geschaffen hat, die er noch zu Lebzeiten an Freunde und Bekannte verkauft hat. Für die Fondation Maeght gestaltete er die Inneneinrichtung des „Café Diego“ in Saint-Paul-de-Vence. Der letzte grosse Auftrag machte ihn in weiten Kreisen der Öffentlichkeit bekannt: Diego Giacometti gestaltete die Innenausstattung des im September 1985 eröffneten Musée Picasso in Paris. Von ihm stammen das Mobiliar, die Treppengeländer, Türbeschläge und Deckenlampen. Die Eröffnung des Museums konnte Diego Giacometti nicht mehr miterleben.