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Biographie

Gustav Klimt war ein bedeutender österreichischer Maler und einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils und Gründungspräsident der der Wiener Secession.

Die Goldhintergründe, die Klimt ab Mitte der 1890er Jahre auf mehreren Bildern einsetzt, erinnern mit ihrem etwa an , einen japanischen Maler des 17. Jahrhunderts. Die Verwendung von Gold wird charakteristisch für Klimt.

Die Gründung der Wiener Sezession 1897 nach dem Vorbild der Münchner Sezession leitet die Periode des Jugendstils ein und ist somit der wohl bedeutendste Einschnitt im künstlerischen Leben Klimts. In seinen Werken um die Jahrhundertwende lassen sich deutliche Einflüsse u. a. von Künstlern wie Franz von Stuck und Jan Toorop erkennen. Beispielsweise ähnelt die Darstellung der Frauenhaare bei Klimt jener in Toorops Bildern. Judith scheint von Stucks Die Sünde inspiriert. Die Position der beiden Körper in Klimts Wasserschlangen I entspricht in etwa jener im Bild Die Tiefen des Meeres (1887) von Edward Burne-Jones.

Kennzeichnend für Klimts Stil wird die Aufnahme der Aletheia (Mythologie) als symbolische Figur in einige seiner Kunstwerke gegen Ende des 19. Jahrhunderts, darunter Pallas Athene (1898) und Nuda Veritas (1899). Als Klimts erste Nuda-Veritas gilt eine Illustration für die Zeitschrift Ver sacrum (März-Ausgabe 1898). Ein Vorbild für Klimts Darstellung der Nuda Veritas war vermutlich seine eigene Isis im Zwickelbild . Kunsthistoriker nehmen an, dass Klimt mit der Nuda Veritas sowohl die Politik der als auch die Ignoranz der österreichischen Gesellschaft anprangert. Adel und Bürgertum haben ihre Augen vor innen- und außenpolitischen Problemen verschlossen und stattdessen mit dem Prunk des Historismus die Wahrheit zu verdecken versucht. Nach dem Skandal um die Fakultätsbilder nahm Klimt keine öffentlichen Aufträge mehr an und widmete sich der Portrait- und Landschaftsmalerei. Die auffällige Verdichtung und flächige Wirkung zahlreicher Landschaftsbilder erreicht Klimt dadurch, dass er sich mittels Fernrohr ausgewählte entfernte Landschaftsausschnitte nah heranholt.

Klimt ist zweifellos der bedeutendste Künstler des Jugendstils in Österreich, nimmt aber auch im internationalen Maßstab eine Spitzenstellung ein. Dennoch wurde sein Werk besonders in der deutschsprachigen Kunstkritik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilweise völlig ignoriert oder als reine Dekorationsmalerei abgetan. Erst später wurde seine statische Flächenhaftigkeit und seine ornamentale Abstraktion als richtungsweisend für die Entwicklung der modernen und abstrakten Malerei erkannt. Darüber hinaus förderte er junge Künstler wie Egon Schiele oder Oskar Kokoschka und leistete damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Moderne.