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Biographie

Miriam Cahn ist eine Schweizer Künstlerin.

Miriam Cahn ist vorwiegend eine figurative Malerin, aber auch andere künstlerische Ausdrucksformen wie Kohle- und Bleistiftzeichnungen, Pastellzeichnungen, Rauminstallationen und Performances gehören zu ihrem Werk.

Miriam Cahns Werk pendelt zwischen extremen Polen menschlicher Emotionen. Ihre inhaltlichen und stilistischen Hauptthemen sind „die Verletzlichkeit des Körpers und die Anziehungskraft von Lust und Gewalt“. Nach Cahns Anschauung hat Moral „sowieso nichts zu suchen in der Kunst“.

Geprägt wurde sie von der Friedens- und Frauenbewegung, in der sie auch aktiv beteiligt war. Ihre Themen bewegen sich häufig um die Rolle der Frauen oder auch um Krieg und dessen Darstellung in unseren Massenmedien. In den 90er Jahren beschäftigte sie sich in zwei Zyklen mit dem Golfkrieg und dem Krieg auf dem Balkan.

Auch wenn sie gesellschaftspolitische Themen in Angriff nimmt, ist sie jedoch keine plakative politische Künstlerin: „Wenn ich die Wahl habe zwischen L’art pour l’art und Betroffenheitskunst, finde ich L’art pour l’art doch besser.“

Ihre Arbeitsweise ist meist intuitiv, sie öffnet sich dem künstlerischen Prozess so weit, dass sie Einblicke in frühe Stadien ihrer künstlerischen Produktion gewährt. So sind ihre ausgestellten Arbeiten oft skizzenhaft, da sie beabsichtigt, den kreativen Prozess der rationalen Kontrolle zu entziehen. Ihre Bildproduktion zeugt „von einer tiefgründigen Suche nach Gerechtigkeit“. In ihrer Moral „wird den unbewussten, psychischen Zusammenhängen Gerechtigkeit getan, die mit großer Gewalt das Leben beeinflussen“.

In frühen Perioden ihres Schaffens zog sie es vor, ihre grossformatigen Arbeiten am Boden auszuführen, um mit Einsatz ihres ganzen Körpers den räumlichen Abstand und die damit verbundene mentale Distanz aufzugeben. In dieser Phase entstanden monumentale Kreide- und Kohlezeichnungen mit symbolhaften Darstellungen von Menschen, Tieren und Pflanzen. In einem weiteren Schritt ging sie dazu über, Serien von Zeichnungen mit geschlossenen Augen auszuführen. In den letzten Jahren trat sie besonders mit starkfarbigen Ölbildern hervor. Auch Fotografien gehören zu ihrem Werk.

Für den Sculpture at Schoenthal von Kloster Schönthal schuf Miriam Cahn 2007/2008 die Brutalitätenskulptur, die auf ein Erlebnis zurückgeht:5 Die Kronen gesunder Bäume entlang einer Allee wurden brutal gekappt. Geraume Zeit später entdeckte die Künstlerin neues Leben in den Bäumen: Sie gaben sich nicht auf. Die Skulptur legt Zeugnis von solchen Aggressionen ab und empfängt von den umstehenden Bäumen die Hoffnung, dass es aus dem Eschenbaum wieder zu sprießen beginnt.